Ziele

- Die Projektleiter Prof. Dr. Thomas Sauer und Prof. Dr. Matthias Stoetzer zusammen mit den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern Carolin Dietmann und Silko Pfeil
Ein neues Projekt des Fachbereichs Betriebswirtschaft analysiert die Erfolgsfaktoren personengebundenen Wissenstransfers in regionalen Innovationsnetzen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Das Forschungsprojekt trägt so zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der KMU in Thüringen bei.
Viele Köche verderben den Brei, lautet ein vielzitiertes Sprichwort. Doch gilt dies auch für Innovationen? Genau dieser Frage gehen Prof. Dr. Thomas Sauer und Prof. Dr. Matthias Stoetzer zusammen mit den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern Carolin Dietmann und Silko Pfeil in ihrem neuen Forschungsprojekt „KompNet2011 – Erfolgsfaktoren regionaler Innovationsnetze“ nach.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragene Projekt schließt dabei an zwei Vorgängerprojekte aus den Jahren 2004 und 2007 an, die anhand universitärer sowie außeruniversitärer Forschungseinrichtungen die Wissensproduktion und Wettbewerbsfähigkeit von Regionen untersuchten. Daran anknüpfend wird nun analysiert, wie stark Unternehmen dieses Wissen nachfragen und bei ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit nutzen. Denn viele Unternehmen sind gezwungen, auf externe Quellen zurückzugreifen, um innovationsrelevantes Wissen zu erhalten und dieses in marktfähige Produkte umzusetzen. Insbesondere für KMU, die meist nur über eine kleine oder wenig vielfältige Forschungs- und Entwicklungsbasis verfügen, kann es deshalb von Vorteil sein, mit anderen Unternehmen oder auch Forschungseinrichtungen zu kooperieren, um mögliche Synergieeffekte zu realisieren. Das Projekt untersucht daher wie die Wertschöpfungsprozesse innovativer KMU durch Kooperation und Wissenstransfer optimiert werden können
Da mit der Kooperation jedoch auch nachteilige Aspekte, wie die Offenlegung von Geschäftsinterna oder Alleinstellungsmerkmalen, verbunden sind, sollte vor der Entscheidung für eine Zusammenarbeit abgewogen werden, ob eine Kooperation der richtige Weg ist. In den nächsten drei Jahren versuchen die Professoren und ihr Team daher eine Methodik zu entwickeln, mit deren Hilfe Kriterien identifiziert werden können, die kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entscheidung unterstützen, wann Kooperation in einem Netzwerk zur Erhaltung der Innovationsfähigkeit förderlich ist. Um praktische Handlungsempfehlungen geben zu können, werden die Erfahrungen vorhandener Netzwerkbeziehungen analysiert. Dazu ist in Thüringen und Sachsen-Anhalt eine repräsentative Befragung des KMU-Sektors mit 300 Interviews geplant. Die Umfrage soll klären, welche Kriterien für erfolgreiche Innovationskooperationen erfüllt sein müssen und welche Instrumente am ehesten zum Management kooperativer Innovationsprozesse geeignet sind.
Eine Besonderheit des Projekts ist, dass dieses über die gesamte Projektlaufzeit von ausgewählten gewerblichen Partnern am Standort Jena und dem Umland unterstützt wird. Studierende des Bachelor-Studiengangs „Business Administration“ und des Master-Studiengangs „General Management“ an der FH Jena werden in Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen Fallstudien bearbeiten, bei der deren innovationsförderliche und -hemmende Faktoren herausgearbeitet werden und so zu den Forschungsergebnissen beitragen. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen der Breitenbefragung und Fallstudien werden anschließend neue Instrumente zum Audit und zum strategischen Management von Innovationsprozessen entwickelt, die nicht nur geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen in Jena, sondern auch der gesamten Region zu erhöhen.

